Fachlagerist und Fachkraft für Lagerlogistik: Der Unterschied

Sie werden oft gemeinsam beworben, doch gibt es feine Unterschiede in den Berufsbildern. Die Unterschiede von Fachlagerist und Fachkraft für Lagerlogistik, erklären wir hier.

Startseite »  MINT-Wissen » 

Unterschied Fachlagerist und Fachkraft für Lagerlogistik

Das Wichtigste in Kürze: Fachlagerist oder Fachkraft für Lagerlogistik

  • Fachlageristen und Fachkräfte für Lagerlogistik arbeiten beide im Lager und sorgen dafür, dass Waren richtig angenommen, gelagert und versendet werden
  • Die Ausbildung als Fachlagerist dauert 2 Jahre
  • Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik dauert 3 Jahre
  • Fachlageristen arbeiten stärker praktisch im Lager, zum Beispiel beim Kommissionieren, Verpacken, Kontrollieren und Staplerfahren
  • Fachkräfte für Lagerlogistik übernehmen zusätzlich mehr Planung, Organisation und Verwaltungsaufgaben
  • Dazu gehören zum Beispiel Lagerkennziffern, Buchführung, Lieferpapiere, Tourenplanung und Inventur
  • Nach der Ausbildung als Fachlagerist kannst du mit einem weiteren Ausbildungsjahr Fachkraft für Lagerlogistik werden
  • Beide Berufe passen gut zu dir, wenn du ordentlich, sorgfältig, körperlich fit und gut im Organisieren bist.

Was ist der Unterschied Fachlagerist und Fachkraft für Lagerlogistik?

Du hast einen großen Ordnungssinn und findest auch nachts mit einem Griff in den Kleiderschrank immer das richtige T-Shirt? Prima! Dann ist eine Ausbildung in der Logistik das Richtige für dich.

Ohne Logistik läuft in der modernen Wirtschaft nichts. Ständig werden Pakete und Container versendet oder empfangen. Auch die chemische Industrie ist mit einem Exportanteil von rund 70 Prozent auf einen reibungslosen Transport von Produkten angewiesen.

Im Betrieb arbeiten die Logistiker:innen an der wichtigen Schnittstelle von Wareneingang und -ausgang. Da muss alles sehr genau passen: Qualität, Menge und Timing. Dafür braucht es Expertinnen und Experten. Richtig: Auch Frauen können diesen Beruf ergreifen. Wichtig zu wissen ist auch, dass die Arbeitszeiten oft im Schichtdienst organisiert sind.

Das können Logistiker:innen besonders gut:

Der Unterschied zwischen Fachlagerist:in und Fachkraft für Lagerlogistik ist fließend. Je nach Unternehmen überlappen sich die Tätigkeiten.

 

Mögliche Karriere

Nach einer Ausbildung als Fachlagerist:in erwirbst du mit einem weiteren Ausbildungsjahr die Qualifikation als Fachkraft für Lagerlogistik. Wenn du geeignet bist, kannst du dann den/die Meister:in hintendran hängen. Alternativ sind eine Weiterbildung zur Fachwirt:in oder ein Studium möglich.

Fachlagerist:in

Gesetzlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. Der Alltag zeigt, dass die meisten Azubis einen Hauptschulabschluss haben oder über einen mittleren Schulabschluss verfügen. Im Betrieb startest du eine zweijährige duale Ausbildung mit folgenden Inhalten:

Kommissionieren

Der Begriff beschreibt die Zusammenstellung verschiedener Waren zu einer Lieferung.

Wenn du mit der Ausbildung fertig bist, kannst du deinen Ordnungssinn und dein Gefühl für das richtige Timing voll ausleben. Du hast den Durchblick, wo welche Ware steht. Regelmäßig führst du Bestandskontrollen durch, um mögliche Fehler in der Lagerverwaltung zu korrigieren.

Beim Staplerfahren beweist du das richtige Fingerspitzengefühl und in Hochregallagern bleibst du auch ganz oben ganz entspannt. Du weißt genau, wie die Waren am besten verpackt werden und was bei der Beschriftung zu beachten ist. Zudem kannst du die Transportladung perfekt sichern.

Fachkraft für Lagerlogistik

Diese Ausbildung beträgt drei Jahre. Neben den Ausbildungsinhalten der Fachlagerist:innen kommen noch zusätzliche Verwaltungsaufgaben, wie Planung und Ausführung einzelner Logistikprozesse, hinzu. Der Computer und die Lagerverwaltung sind deine Schwerpunkte.

Du nimmst Waren an und prüfst Menge und Qualität. Bei der Warenausgabe planst du Ausliefertouren und kümmerst dich um die notwendigen Papiere, wie Lieferscheine und Zollerklärungen.

Dein täglicher Umgang sind Lagerkennziffern und die Grundbegriffe der Buchführung. Damit kannst du jederzeit die Effizienz und Wirtschaftlichkeit des Lagers berechnen. Inventur und Jahresabschlüsse gehören ebenfalls zu deinen Aufgaben.

Nerd-Wissen zur Logistik

Seit den alten Griechen ist bekannt, dass der Materialfluss logisch geplant und kontrolliert werden muss. So leitet sich der Begriff Logistik aus dem altgriechischen Wort logistikē ab und bedeutet „praktische Rechenkunst“. Heutzutage versteht sich die Logistik als die Sicherung der Verfügbarkeit des richtigen Gutes, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, für die richtige Kund:in und zu den richtigen Kosten.

Diese Beschreibung wird auch als Seven-Rights-Definition nach Plowmann bezeichnet. Absolut notwendig sind dafür die Steuerung und Kontrolle der dazugehörigen Aufgaben sowie eine stetige Optimierung der Prozesse.

(Kopie 3)

Teilgebiete der Logistik

Der Bereich Logistik verändert sich ständig. Zum besseren Verständnis hat sich eine Einteilung etabliert, die sich an den Phasen der Produktion orientiert:

Du hast Lust auf diesen Beruf? Freie Azubi-Stellen findest du auf Elementare Vielfalt.

 

Blogger: Tobias , Bild: Michelin


 

FAQ: Häufige Fragen zu Fachlagerist und Fachkraft für Lagerlogistik

Was ist der Unterschied zwischen Fachlagerist und Fachkraft für Lagerlogistik?

Der wichtigste Unterschied liegt in der Ausbildungsdauer und im Aufgabenschwerpunkt. Die Ausbildung als Fachlagerist dauert 2 Jahre und ist stärker praktisch ausgerichtet. Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik dauert 3 Jahre und umfasst zusätzlich mehr Planung, Organisation und Verwaltung.

Was macht ein Fachlagerist?

Fachlageristen nehmen Waren an, kontrollieren Güter, lagern Produkte ein, kommissionieren Bestellungen und bereiten Waren für den Versand vor. Auch Staplerfahren, Verpacken, Beschriften und Bestandskontrollen gehören zu den Aufgaben.

Was macht eine Fachkraft für Lagerlogistik?

Eine Fachkraft für Lagerlogistik übernimmt viele Aufgaben aus dem Lagerbereich, kümmert sich aber zusätzlich stärker um Planung und Verwaltung. Dazu gehören zum Beispiel Lagerkennziffern, Buchführung, Lieferscheine, Zollerklärungen, Ausliefertouren, Inventur und die Optimierung von Lagerprozessen.

Kann man nach der Ausbildung als Fachlagerist Fachkraft für Lagerlogistik werden?

Ja. Nach der zweijährigen Ausbildung als Fachlagerist kannst du mit einem weiteren Ausbildungsjahr die Qualifikation als Fachkraft für Lagerlogistik erwerben. Danach sind auch weitere Schritte möglich, zum Beispiel Meister, Fachwirt oder ein Studium.

Welche Ausbildung passt besser zu mir?

Wenn du schnell praktisch ins Berufsleben starten möchtest und gern direkt im Lager arbeitest, kann Fachlagerist gut passen. Wenn du zusätzlich planen, organisieren, mit Lagerverwaltung arbeiten und mehr Verantwortung übernehmen möchtest, ist Fachkraft für Lagerlogistik wahrscheinlich die passendere Ausbildung.