Bakelit: Wie die Chemie den Alltag revolutionierte

Telefone, Pfannengriffe oder Steckdosengehäuse wurden zu Zeiten unserer Großeltern oft aus Bakelit hergestellt. Heute gelten die Alltagsgegenstände aus dem vollsynthetischen Kunststoff Bakelit als gesuchte Sammelstücke. Entwickelt wurde das Material, das den Alltag revolutionierte, vom belgischen Chemiker Leo Hendrik Baekeland. Mit Bakelit wird bis heute noch gearbeitet.

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Bakelit: Wie die Chemie den Alltag revolutionierte

Das Wichtigste in Kürze: Bakelit

  • Bakelit gilt als einer der ersten vollsynthetischen Kunststoffe
  • Entwickelt wurde das Material 1905 vom belgischen Chemiker Leo Hendrik Baekeland
  • Bakelit entsteht durch die Reaktion von Phenol und Formaldehyd
  • Der Kunststoff war günstig, industriell gut herstellbar und vielseitig einsetzbar
  • Früher wurden daraus zum Beispiel Telefone, Pfannengriffe, Steckdosen, Lichtschalter, Schmuck und Büroartikel hergestellt
  • Ausgehärtetes Bakelit ist widerstandsfähig gegen Hitze, Säuren und mechanische Belastung
  • Auch heute werden Phenol-Formaldehydharze noch verwendet, zum Beispiel für Schleifscheiben oder Filterpapiere
  • Bakelit selbst herzustellen ist nicht einfach und für Experimente zu Hause nicht geeignet.

Bakelit: Entdeckung, Verwendung und Herstellung

Entdeckung von Bakelit

Fein gemusterte Edelhölzer waren im 19. Jahrhundert für den Großteil der Bevölkerung zu teuer. Deshalb suchten findige Unternehmer nach Ersatzstoffen. Der belgische Chemiker Leo Hendrik Baekeland experimentierte zu diesem Zweck am Anfang des 20. Jahrhunderts mit Phenol und Formaldehyd. Er fand heraus, dass diese sich bei Erwärmung in einer exothermen Reaktion polymerisieren, also zu einem Kunstharz verbinden, dessen Moleküle vielfach untereinander vernetzt sind.

Nach Abtrennung des entstehenden Wassers kann die noch weiche Masse in Formen gepresst werden. 1905 erfand Baekeland auf diese Weise Bakelit.

Bakelit - Verwendung

Schon bald wurden aus Bakelit Haushalts- und Küchengegenstände, Telefone, Ziergegenstände, Modeschmuck, Büroartikel, Lichtschalter- und Steckdosen-Gehäuse hergestellt. Der große Vorteil des neuen Materials war: Bakelit war nicht teuer und ließ sich leicht industriell produzieren.

Ausgehärtet ist der Kunststoff widerstandsfähig gegen mechanische Einwirkungen, Hitze und Säuren. Auch durch Wärme lässt es sich nicht wieder verformen. Und: Bakelit hat eine edle Anmutung - es hat immer dunkle, braune bis schwarze Farbtöne. Bei Licht dunkelt es nach.

Wird heute noch Bakelit verwendet?

Früher konnte man sich den Kunststoff gar nicht mehr wegdenken, doch wird Bakelit auch heute noch verwendet? Ja, auch heute noch wird Phenol-Formaldehydharz in Anwendungen eingesetzt, bei denen mechanische und thermische Belastbarkeit, Brandresistenz und chemische Beständigkeit der Bindung gefordert werden. Das ist zum Beispiel in Schleifscheiben oder Filterpapieren der Fall.

Bakelit - Herstellung & Zusammensetzung

Für die Herstellung von Bakelit ist die Reaktion von Formaldehyd mit Phenol von großer Bedeutung. Durch die Reaktion unter Wasserabspaltung bildet sich ein Trimer. Im Rahmen vieler weiterer derartiger Kondensationsreaktionen entsteht Bakelit - das vernetzte Makromolekül.

Bakelit selbst herstellen?

Bakelit selber herstellen ist nicht ganz einfach. Aber andere „Kunststoffe“, wie z. B. Galalith, kann man einfach zuhause selbst produzieren. Galalith gilt als der erste Kunststoff überhaupt. Die Hauptzutaten dafür sind Milch und ein wenig Essig. Eine Anleitung gibt es hier.

 

Blogger: Claudia , Foto: Norbert Hüttisch


 

FAQ: Häufige Fragen zu Bakelit

Was ist Bakelit?

Bakelit ist ein vollsynthetischer Kunststoff, der Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde. Früher wurde das Material häufig für Alltagsgegenstände wie Telefone, Pfannengriffe, Lichtschalter, Steckdosen-Gehäuse, Schmuck oder Büroartikel genutzt. Heute gelten viele Bakelit-Gegenstände als Sammelstücke.

Wer hat Bakelit erfunden?

Bakelit wurde vom belgischen Chemiker Leo Hendrik Baekeland entwickelt. Er experimentierte mit Phenol und Formaldehyd und fand heraus, dass daraus bei Erwärmung ein vernetztes Kunstharz entstehen kann. 1905 erfand er auf diese Weise Bakelit.

Woraus besteht Bakelit?

Bakelit entsteht durch die Reaktion von Phenol und Formaldehyd. Dabei kommt es zu vielen Kondensationsreaktionen, bei denen Wasser abgespalten wird. So bildet sich ein stark vernetztes Makromolekül, das nach dem Aushärten nicht mehr durch Wärme verformt werden kann.

Wofür wurde Bakelit früher verwendet?

Bakelit wurde für viele Alltagsgegenstände genutzt, zum Beispiel für Telefone, Pfannengriffe, Küchenartikel, Ziergegenstände, Modeschmuck, Büroartikel, Lichtschalter und Steckdosen-Gehäuse. Der Kunststoff war günstig, robust und ließ sich gut industriell herstellen.

Wird Bakelit heute noch verwendet?

Ja, Phenol-Formaldehydharze werden auch heute noch eingesetzt. Sie eignen sich besonders dort, wo mechanische Belastbarkeit, Hitzebeständigkeit, Brandresistenz und chemische Beständigkeit gefragt sind. Beispiele sind Schleifscheiben oder Filterpapiere.