Das sollten Chemie Azubis wissen
Im März 2026 wurde nach langen und intensiven Verhandlungen nun ein neues Ergebnis erzielt. Der neue Chemie Tarifvertrag von 2026 gilt bis Mai 2028. Neu verhandelt wurde:
Die Tarifverträge der Chemie regeln wesentliche Dinge zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber: das Gehalt, die Summe der Urlaubstage, Vorsorge-Regelungen und vieles mehr. Die Geltungsdauer (also wie lange ein Tarifvertag läuft) ist unterschiedlich.
Zum Beispiel gilt der Chemie-Tarifvertrag für das Entgelt nur für eine bestimmte Zeit (es gibt auch Tarifverträge, die länger laufen, aber andere Bereiche regeln). Nach Ablauf wird der Entgelt-Tarifvertrag neu verhandelt; und zwar (logisch...) in den Tarifverhandlungen.
In den Chemie-Tarifverhandlungen verhandeln der Arbeitgeberverband BAVC (stellvertretend für die Unternehmen) und die Gewerkschaft IGBCE (stellvertretend für die Arbeitnehmer).
IGBCE und BAVC werden auch als die Chemie-Sozialpartner bezeichnet. Die Chemie-Sozialpartnerschaft hat sich in den letzten 30 Jahren entwickelt. Die Sozialpartner denken, dass man durch Gespräche mehr erreicht, als mit reiner Konfrontation - auch, wenn man unterschiedliche Ansichten hat.
Die Tarif-Einigung gilt für 580.000 Beschäftigte und die 26.000 Chemie-Azubis in den 1.900 Betrieben der Chemie- und Pharmaindustrie.
Der Tarifvertrag für Azubis heißt übrigens „Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg“. Darin wird die Ausbildung ganzheitlich betrachtet, zum Beispiel umfasst sie das Förderprogramm für noch nicht ausbildungsreife Jugendliche (Start in den Beruf), Vereinbarungen zum (hohen) Ausbildungsplatzangebot, Grundsätze zur Übernahme sowie den Karrierewegweiser „Berufskompass Chemie“.
Der neue Chemie-Tarifvertrag regelt auch die besseren Bedingungen für Azubis. Sie bekommen eine Erhöhung in der Ausbildungsvergütung.
Dank des Chemie-Tarifvertrages steigen die Ausbildungsvergütungen genauso wie die Gehälter der ausgelernten Beschäftigen:
Übrigens: Das Angebot an Ausbildungsplätzen bei den Chemie-Ausbildern steigt. Hier findet ihr zu euch passende freie Azubi-Stellen:
www.elementare-vielfalt.de
Tarifvertrag Chemie: aktuelle Entgelttabelle für die Ausbildung
1. Jahr: 1.147 Euro bis 1.204 Euro
2. Jahr: 1.222 Euro bis 1.315 Euro
3. Jahr: 1.277 Euro bis 1.389 Euro
4. Jahr: 1.329 Euro bis 1.486 Euro
Außerdem erhalten Auszubildende vor der Abschlussprüfung zwei Tage bezahlte Freistellung zur Prüfungsvorbereitung. Stichwort Prüfung: Nach der Abschlussprüfung werden 95 Prozentaller Azubis übernommen; drei von vier unbefristet (75%). Rechnet man die Übernahmen, die länger als 12 Monate gehen, dazu, kann man sagen: 84% der Azubis erhalten eine langfristige Bleibeperspektive nach ihrer Ausbildung. Und damit Sicherheit und Planbarkeit. (Diese Zahlen gelten für Rheinland-Pfalz. Sobald wir die Deutschland-Zahlen erhalten, machen wir ein Update. Die Zahlen sind aber sehr vergleichbar.)
Als eine der ersten Branchen in Deutschland hat die Chemie die Wahlqualifikation „Digitalisierung und vernetzte Produktion“ für den Ausbildungsberuf Chemikant (m/w/d) eingeführt. Seitdem haben bereits über 700 Chemikanten diese neue Wahlqualifikation genutzt. Auch im Bereich der gewerblich-technischen Berufe hat die Branche viel zu bieten. Schaut euch hier im Blog die Berufe an!
Auch für ausgelernte Facharbeiter gibt es Qualifizierungen. Schon im letzten Tarifvertrag vereinbarten die Chemie-Sozialpartner die „Roadmap Arbeit 4.0“. Ziel: die Beschäftigten auf den digitalen Wandel vorbereiten – das wurde nun umgesetzt. Mithilfe einer KI-basierten Lösung wird eine umfangreiche Trendanalyse zu den Kompetenzen der Zukunft in der Chemie durchgeführt ("Future Skills Report Chemie"). Daneben wird es ein Tool zur Qualifikationsanalyse im Unternehmen geben. Dazu gehört auch eine Weiterbildungsberatung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch die Bundesagentur für Arbeit.
Den Artikel zum Thema Tarifvertrag in der Chemie aktualisieren wir immer, wenn es einen neuen Tarifabschluss gibt. Die erste Version erschien im Juni 2016. Die letzte Änderung war im Juli 2024.