Auf der Suche nach neuen Wirkstoffen die Welt verbessern? Das ist das große Ziel. Aber wie sieht der Weg dorthin aus? Wer im Chemie-Unterricht gerne experimentiert hat, bringt schon mal die halbe Miete mit. Doch die Ausbildung zum/zur Chemielaborant/in ist mehr als nur weiße Kittel und Schutzbrille. Hier erfährst du, wie der Ausbildungsalltag wirklich abläuft, was in der Berufsschule auf dich zukommt und warum Genauigkeit dein wichtigstes Werkzeug wird.
Dein Alltag ist geprägt von Präzision und modernster Technik. Du bist das wichtigste Bindeglied zwischen Forschung und Produktion.
Egal ob Forschung oder Analyse - Chemielaboranten bereiten chemische Versuche vor und führen sie durch. Die Versuchsergebnisse protokollieren sie und werten sie aus. Darüber hinaus stellen sie chemische Substanzen her.
Chemielaboranten arbeiten in erster Linie in Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionslaboratorien der chemischen und pharmazeutischen Industrie, der Farben- und Lackindustrie oder der Nahrungsmittelindustrie. Zudem sind Chemielaboranten auch in naturwissenschaftlichen und medizinischen Instituten von Hochschulen, in der Beratung oder bei Umweltämtern beschäftigt.
Hier ist der schnelle Check für deine Entscheidung:
Die ersten Tage gibt es eine Einweisung in den Betrieb - Arbeitsplatz, Kantine, betriebliche Regelungen. Danach findet die Chemielaboranten-Ausbildung abwechselnd im Betrieb und in der Berufsschule statt. Die Praxis zum Beruf des Chemielaboranten vermittelt der Betrieb. In der Berufsschule gibt es die Theorie. Der Ausbildungsnachweis erfolgt über ein Berichtsheft, in denen die Aufgaben und Tätigkeiten festgehalten werden. Die wöchentliche Arbeitszeit in der Ausbildung beträgt 37,5 Stunden.
Die erste Prüfung findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt. Die Abschlussprüfung bei der IHK mit drei schriftlichen und einem praktischen Prüfungsteil schließt die Chemielaboranten-Ausbildung ab.
Die gesetzlichen Grundlagen zur Ausbildung gibt es in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung zum Chemielaborant.
Arbeitssicherheit bei der Ausbildung zum Chemielaboranten
Sicherheit steht bei der Chemielaboranten-Ausbildung an erster Stelle. Kittel, Handschuhe und Brille schützen Chemielaboranten beim Umgang mit Chemikalien.
Allergien
Die Chemielaboranten-Ausbildung eignet sich nicht, bei Allergien gegenüber Lösungsmitteln oder anderen chemischen Stoffen.
Schichtarbeit bei der Ausbildung zum Chemielaboranten
Ein Punkt, den viele nicht auf dem Schirm haben: Nicht jedes Labor hat einen "9 to 5"-Job. Besonders wenn du in der Qualitätskontrolle eines großen Produktionsbetriebs arbeitest, laufen die Anlagen rund um die Uhr. Das bedeutet, dass auch im Labor in Wechselschicht (inklusive Nacht- und Wochenendschichten) gearbeitet wird, um Proben aus der laufenden Produktion sofort zu analysieren. Der Vorteil: Es gibt dafür attraktive Schicht- und Wochenendzuschläge!
Verkürzung der Ausbildung
Bei guten schulischen und betrieblichen Leistungen ist eine Verkürzung der Ausbildungszeit möglich. Die zuständige Industrie- und Handelskammer und der Betrieb müssen zustimmen.
Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist bekannt für eine der besten Ausbildungsvergütungen in ganz Deutschland. Da die meisten Unternehmen nach dem Chemie-Tarifvertrag bezahlen, bist du finanziell von Anfang an auf der sicheren Seite.
Zusätzlich zum monatlichen Grundgehalt profitierst du in tarifgebundenen Betrieben in der Regel von starken Extras:
Der Unterschied liegt im Maßstab und Arbeitsort: Chemikanten arbeiten in der Fabrikhalle an riesigen Anlagen und stellen Produkte tonnenweise her. Chemielaboranten arbeiten im Labor im Milliliter- und Gramm-Bereich. Sie erforschen neue Stoffe im kleinen Maßstab und kontrollieren die Qualität der Produkte, die die Chemikanten herstellen.
Die Ausbildung zum Chemielaboranten ist dual (Betrieb und Berufsschule), dauert 3,5 Jahre und du erhältst vom ersten Tag an ein tarifliches Ausbildungsgehalt. Die Ausbildung zum CTA (Chemisch-technischer Assistent) ist rein schulisch, dauert 2 Jahre und wird in der Regel nicht vergütet. Da Chemielaboranten durch die duale Ausbildung viel mehr praktische Betriebserfahrung sammeln, werden sie in der Industrie oft bevorzugt. Zudem werden die Chemielaboranten nach Bedarf ausgebildet und in der Regel im Betrieb übernommen. CTAs müssen sich für Praktika und einen anschließenden Beruf bewerben.
Die Ausbildung gilt als anspruchsvoll, da sie viel Genauigkeit und theoretisches Wissen fordert. Besonders das exakte, saubere Arbeiten und die Mathematik (z. B. das Berechnen von Stoffkonzentrationen oder Stöchiometrie) sind wichtige Bestandteile. Wer jedoch ein gutes Grundverständnis für Naturwissenschaften mitbringt und strukturiert lernt, kann die IHK-Abschlussprüfung gut meistern.
Das kommt auf deinen genauen Einsatzort im Unternehmen an. In reinen Forschungs- und Entwicklungslaboren hast du meist normale Tagesarbeitszeiten. Arbeitest du jedoch in der Qualitätskontrolle eines Produktionsbetriebs, laufen die Anlagen rund um die Uhr. In diesem Fall ist Wechselschicht (inklusive Nacht- und Wochenendschichten) üblich. Dafür erhältst du attraktive Schichtzuschläge.
Die meisten Ausbildungsbetriebe in der Chemie-Branche erwarten einen guten Realschulabschluss (Mittlere Reife) oder (Fach-)Abitur. Ein sehr guter Hauptschulabschluss kann ebenfalls reichen, wenn du beim Einstellungstest überzeugst. Besonders wichtig sind gute Noten in den Naturwissenschaften – vor allem in Chemie, Mathematik und Physik.
Die Übernahmechancen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie liegen bei über 90 Prozent. Nach der Ausbildung kannst du dich zum/zur Industriemeister/in Fachrichtung Chemie oder zum/zur staatlich geprüften Techniker/in weiterbilden. Mit Fachabitur oder Abitur ist auch ein anschließendes Studium (z. B. Bachelor in Chemie oder Chemieingenieurwesen) möglich.
Du hast Bock auf den Kittel und die Verantwortung? Dann warte nicht zu lange mit der Bewerbung, die Plätze sind begehrt.
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