Du denkst bei Chemie nur an Kittel und Reagenzgläser? Falsch gedacht! Ohne Industriekaufleute steht in der chemischen Industrie alles still. Keine Rohstoffe werden geliefert, kein Produkt wird verkauft und niemand bekommt sein Gehalt. Als Industriekaufmann oder Industriekauffrau bist du die Schaltzentrale des Unternehmens. Hier erfährst du, wie deine Ausbildung wirklich aussieht, warum Englisch oft wichtiger ist als Chemie und welche Abteilungen du durchläufst.
In dieser Ausbildung bist du ein Allrounder und wechselst alle paar Monate die Abteilung. Du lernst das Chemie-Unternehmen aus jedem Blickwinkel kennen:
Tipp aus der Praxis: Die größte Herausforderung in dieser Ausbildung ist Flexibilität. Gerade wenn du dich in ein Team (z. B. im Marketing) richtig gut eingearbeitet hast, wechselst du schon wieder in die nächste Abteilung (z. B. ins Rechnungswesen). Das macht extrem fit, erfordert aber Anpassungsvermögen!
Egal ob Zahlen, Kunden oder Personal - Industriekaufleute sorgen dafür, dass die betriebswirtschaftlichen Abläufe reibungslos funktionieren. Sie arbeiten branchenübergreifend, sind in der chemisch-pharmazeutischen Industrie aufgrund der internationalen Ausrichtung und komplexen Produkte aber besonders stark als Experten gefragt.
Viele Jugendliche schwanken zwischen diesen beiden Büro-Berufen. Hier ist der schnelle Check für deine Entscheidung:
Die Ausbildung findet abwechselnd im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt (entweder an festen Tagen in der Woche oder im Blockunterricht). Die Praxis vermittelt der Betrieb, wo du in der Regel alle 3 bis 6 Monate die Abteilung wechselst. In der Berufsschule lernst du die theoretischen Grundlagen wie Buchführung oder Wirtschaftsrecht. Zur Mitte der Ausbildung gibt es eine Zwischenprüfung, am Ende schließt du mit der IHK-Abschlussprüfung ab.
Die gesetzlichen Grundlagen zur Ausbildung als Industriekauffrau oder Industriekaufmann gibt es in der Verordnung über die Berufsausbildung.
Internationalität: Die Chemie-Branche ist extrem global vernetzt. Es ist völlig normal, dass du morgens eine E-Mail auf Englisch an einen Lieferanten in Asien schreibst und nachmittags mit einem Kunden in den USA telefonierst.
Keine Schichtarbeit: Im Gegensatz zu Chemikanten oder Chemielaboranten hast du als Industriekaufmann/-frau in der Regel geregelte Arbeitszeiten (meistens Gleitzeit) und freie Wochenenden.
Verkürzung der Ausbildung: Je nach Leistung und Schulabschluss kannst du die Ausbildung verkürzen. Die IHK und der Ausbildungsbetrieb müssen zustimmen.
Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist bekannt für eine der besten Ausbildungsvergütungen in ganz Deutschland. Da die meisten Unternehmen nach dem Chemie-Tarifvertrag bezahlen, bist du finanziell von Anfang an auf der sicheren Seite.
Zusätzlich zum monatlichen Grundgehalt profitierst du in tarifgebundenen Betrieben in der Regel von starken Extras:
👉 Willst du es genau wissen?
Da die Gehälter durch regelmäßige Tarifverhandlungen immer wieder steigen, haben wir die exakten, aktuell gültigen Zahlen für alle Ausbildungsjahre hier für dich zusammengefasst.
Nein. Du brauchst kein tiefes chemisches Fachwissen und musst keine Formeln auswendig lernen. Allerdings solltest du ein grundsätzliches Interesse an den Produkten mitbringen. Wenn du im Vertrieb arbeitest, musst du schließlich verstehen, was genau du dort verkaufst, um Kunden richtig beraten zu können.
Die Ausbildung gilt als eine der anspruchsvollsten kaufmännischen Ausbildungen. Besonders die Themen Rechnungswesen (Buchführung) und Controlling bereiten manchen Azubis in der Berufsschule anfangs Kopfzerbrechen. Wer aber logisch denken kann und keine Angst vor Zahlen hat, kommt gut durch.
Während der Ausbildung durchläufst du alle Abteilungen. Erst für die mündliche Abschlussprüfung wählst du ein spezielles Aufgabengebiet (z. B. Personal oder Marketing), in dem du geprüft wirst. Nach der Ausbildung kannst du aber in allen kaufmännischen Bereichen arbeiten.
Die Übernahmechancen sind in der Chemie-Branche exzellent. Wer Karriere machen will, kann sich zum/zur Industriefachwirt/in oder Betriebswirt/in weiterbilden. Wenn du (Fach-)Abitur hast, bietet sich auch ein anschließendes oder berufsbegleitendes Studium (z. B. Business Administration oder Wirtschaftsingenieurwesen) an.
Du hast Bock auf internationale Kontakte, spannende Geschäftsprozesse und geregelte Arbeitszeiten? Dann warte nicht zu lange mit der Bewerbung, die Plätze sind begehrt.